FREIAMT. Was passiert, wenn es im Hotel brennt? Das haben Feuerwehr und Rotes Kreuz am Mittwochabend in der Ludinmühle in Freiamt geprobt.

Rauch ist zu sehen. Einer wagt schon die Kletterpartie rauf auf den Balkon, denn Eingeschlossene rufen verzweifelt um Hilfe. Dieses Szenario wird in einer Übung der Freiämter Feuerwehr durchgespielt − mit Menschen. Sie nach unten zu bringen, erweist sich als schwierig. Der Rest des Feuerwehrtrupps muss mit schwerem Geschütz unten warten.

Die Feuerwehrleute gehen gewohnt sorgfältig vor, von Hektik ist nichts zu spüren. Sicher ist sicher, deshalb arbeitet man auch gleich mit schwerem Geschütz, um für alles vorbereitet zu sein. Durch den gemeinsamen Einsatzablauf gewannen Feuerwehr und DRK sowie die Leitung des Hotels wichtige Erkenntnisse für einen realen Notfall: Bei der jetzigen Renovierung werden nun die Gebäudeteile in Abschnitte unterteilt – das ist sinnvoll im Falle eines Feuers.

Noch bevor die Wehrmänner wieder festen Boden unter den Füßen haben, berichten sie von Schwierigkeiten. Ein Elektrobrand im Keller eines Gebäudes der Ludinmühle mit starker Verrauchung wird angenommen, dazu etwa 15 Verletzte. Ulrike Hauber vom Vorstand des DRK, hat sich große Mühe gegeben, die Mimen wie Unfallopfer zu schminken. Der Gruppenführer der Feuerwehr, Rolf Quasinowski, fordert von unten die Eingeschlossenen auf, nicht durch das verrauchte Treppenhaus zu gehen. Dann heißt es erst einmal warten. Die Stimmung ist gut, obwohl die Ehrenamtlichen bereits einen langen Arbeitstag hinter sich haben. Die heutige Übung sei eben eine Übung, heißt es. Und geht von 20 bis 22 Uhr. Danach freuen sich alle auf einen Imbiss.

Andrej Hog vom DRK-Kreisverband erläutert: "Wenn ein Notruf eingeht, erwarten die Bürger schnelle Hilfe". Was an Logistik dahinterstecke, sei den meisten nicht bewusst. Das erste Einsatzfahrzeug kommt zur Unterstützung der Einsatzführung bei einem großen Schadensfall. Hier läuft auch die Dokumentation des Einsatzes und spätere Registrierung im Ernstfall. Die Einlieferung in umliegende Krankenhäuser wird von diesem Fahrzeug aus vom Einsatzleiter koordiniert. Hog erklärt, dass alles digital ablaufe, was bedeutet, dass erst die Stromversorgung aufgebaut werden muss (am Anfang gibt es Bordstrom). Dann wird die "Patientenablage", eine Art Lazarett aufgebaut. Der Anspruch heute ist keine improvisierte Medizin im überraschenden Katastrophenfall, sondern eine richtige Versorgung. Dafür wird alles mitgeführt, um zehn Patienten, davon bis zu drei Schwerverletzte, gleichzeitig zu versorgen.

Im Hintergrund sind Sirenen zu hören. Die Fahrzeuge des DRK und der Feuerwehr begeben sich zu ihren Einsatzräumen und werden über Funk dirigiert. Von dort werden sie später abgerufen. Dazu Hog: "Damit sich nicht alles knubbelt." 16 Fahrzeuge sind vor Ort.

Die Feuerwehr Freiamt mit etwa 50 Mann und der DRK-Kreisverband mit etwa 45 Männern und Frauen trainieren zweimal im Jahr gemeinsam mit großem Aufwand für den Ernstfall. Dazu, dass diese Übung nicht angekündigt war, sagt Hog: "Sie ist also wie in Echtzeit." Vom DRK sind drei Kreisbereitschaftsleiter vor Ort. Matthias Guski ist Einsatzleiter, Hog und Denis Deiser unterstützen ihn. Bei der Feuerwehr hat Frank König das Sagen.

 

Quelle: Badische Zeitung vom 09.06.2018

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