In Vörstetten gehen Feuerwehrleute auch für das DRK in den Einsatz

In Zeiten wo sich immer weniger Freiwillige finden, die bereit sind sich ehrenamtlich in den Dienst für ihre Mitmenschen zu stellen, beschreitet man in Vörstetten neue Wege. Durch enge Zusammenarbeit gelingt es DRK und Feuerwehr im Notfall bereit zu stehen. So nahmen kürzlich zwei junge Feuerwehrmänner zusätzlich ihren Einsatzdienst in der Helfer-vor-Ort-Gruppe des DRK-Ortsvereins Vörstetten auf.

Strahlend übergab kürzlich Lars Brügner, der als Bürgermeister nicht nur oberster Feuerwehrmann im Ort ist, sondern auch ehrenamtlich Vorsitzender des Vörstetter DRK-Ortsvereins, zwei jungen Feuerwehrleuten ihre neuen Funkmeldeempfänger. Anlass hierfür war deren offizielle Dienstaufnahme in der Helfer-vor-Ort-Gruppe des DRK. Jori Deutsch und Claudius Peltz sind über die Jugendfeuerwehr in den aktiven Feuerwehrdienst gelangt und beide absolvieren seit August ein Freiwilliges Soziales Jahr im Rettungsdienst des DRK. In diesem Rahmen absolvierten sie erfolgreich die Ausbildung zum Rettungshelfer. „Als uns das Vörstetter DRK nach der Ausbildung fragte, ob wir uns vorstellen könnten auch als Helfer vor Ort tätig zu werden, mussten wir nicht lange überlegen“, erzählt Claudius Peltz. Und dann ging alles ganz schnell: Formalitäten wurden geregelt, neue Funkmelder, die sowohl Alarme für Feuerwehr als auch des DRK empfangen können, wurden beschafft und die Einsatzmaterialien kennengelernt.

„Wir arbeiten seit Jahrzehnten erfolgreich und eng zusammen, da müssen wir nicht lange lamentieren, wenn es um sinnvolle Ideen geht“, betont der stellvertretende Feuerwehrkommandant Sascha Seckinger. Er sieht in der zusätzlichen Tätigkeit seiner Kameraden keine Konkurrenz, sondern vielmehr einen großen Gewinn für seine Feuerwehr. „Das, was die Jungs bei den Notfalleinsätzen lernen, bringt sie weiter und das können sie mit Sicherheit in ihren Feuerwehrdienst einbringen und auch ihren Kameraden weitergeben“, erklärt Seckinger.

Bereits im Jahr 2016 stieg Feuerwehrmann Stefan Erschig bei der Helfer-vor-Ort-Gruppe des DRK ein. Er war damit Vorreiter für dieses Modell der Zusammenarbeit. Auch er kam über ein FSJ zum Rettungsdienst und hat sich mittlerweile sogar zum Rettungssanitäter weitergebildet und finanziert über die Nebentätigkeit beim Rettungsdienst derzeit sein Studium.

Der stellvertretende DRK-Vorsitzende Andrej Hog freut sich über solch engagierte Mitglieder besonders: „Heutzutage müssen alle Hilfsorganisationen um den Nachwuchs bangen und müssen sich mächtig strecken, um die Einsatzbereitschaft sicherstellen zu können. Umso mehr freuen wir uns, dass wir durch gute Zusammenarbeit alle profitieren und unsere Personalsorgen zumindest teilweise auffangen können.“

Seckinger und Hog berichten einhellig, dass es immer schwerer wird genügend Freiwillige zu finden, die bereit sind, sich als Einsatzkraft bei DRK oder Feuerwehr einzubringen. Gerade tagsüber, wenn die meisten Ehrenamtlichen auswärts arbeiten müssen, kann es immer wieder eng werden, genügend Einsatzkräfte in adäquater Zeit zusammen zu bekommen.

Wenige Tage nach der offiziellen Dienstaufnahme klingelte der neue Funkmelder prompt und Jori Deutsch war schnell zur Stelle und rückte mit zwei DRK-Kollegen zum Einsatz aus. „Da habe ich schon gemerkt, dass es die richtige Entscheidung war“, erzählt Deutsch.

Die „Helfer vor Ort“ (HvO) stehen 365 Tage im Jahr rund um die Uhr bereit, um bei Notfällen die schnellstmöglichen Rettungsmaßnahmen einzuleiten. Sie werden durch die Integrierte Leitstelle in Emmendingen immer dann alarmiert, wenn das Eintreffen der Vörstetter DRK-Einsatzkräfte vor dem Rettungsdienst und Notarzt notwendig bzw. lebensrettend sein kann, zum Beispiel bei internistischen Notfällen, Verkehrsunfällen, Vergiftungen, Arbeitsunfällen etc.. Die Vörstetter Helfer-vor-Ort-Gruppe wurden im Jahr 2002 gegründet und hatte seither über 200 Einsätze, bei denen qualifizierte Notfallhilfe geleistet und somit sicher manches Leben gerettet werden konnte. „Damals waren solche Gruppen ein Novum in unserer Gegend, entsprechend niedrig waren in den ersten Jahren die Einsatzzahlen, da man nur zu sehr schweren Notfällen alarmiert wurde“, erläutert Hog. Mittlerweile haben sich Helfer-vor-Ort-Gruppen in ländlichen Regionen etabliert und sind weit verbreitet, im Landkreis Emmendingen bestehen 15 solcher Gruppierungen. Auch der Gesetzgeber hat den Vorteil der HvO-Gruppen erkannt und zuletzt durch Aufnahme in die Rettungskette im Baden-Württembergischen Rettungsdienstgesetz verankert und somit die entsprechende Rechtsgrundlage geschaffen. „Wir freuen uns sehr, dass wir in Vörstetten dem Gesetz viele Jahre voraus sind und eine hervorragend ausgerüstete, sehr gut ausgebildete und auch schon sehr erfahrene HvO-Gruppe im Ort haben. Die Vörstetter Bürger schätzen es sehr, dass sie sich im Notfall auf ihr örtliches DRK verlassen können“, betont Bürgermeister Lars Brügner.

Im Jahr 2017 rückten die Helfer-vor-Ort zu 51 Notfalleinsätzen aus. Rund die Häfte der Einsätze waren in Vörstetten oder Schupfholz, die restlichen in den Nachbargemeinden Denzlingen, Reute und Gundelfingen. Zum letzten Einsatz des Jahres rückten am Nachmittag des Heiligabends drei Ehrenamtliche zu einem Notfall nach Reute aus.

Die für den Betrieb der HvO-Gruppe notwendige notfallmedizinische Ausrüstung, die Einsatzfahrzeuge, die Schutzbekleidung der Einsatzkräfte und deren stetige Aus- und Fortbildung müssen vom DRK Vörstetten komplett selbst finanziert werden, sämtliche Einsätze sind rein ehrenamtlich. Durchschnittlich 8000-10000 € muss der DRK-Ortsverein jährlich aufwenden, um die Einsatzbereitschaft aufrecht erhalten zu können. Auf die Frage woher dieses Geld komme, verfinstern sich die Minen der DRK-Verantwortlichen etwas. „Das DRK erhält mangels entsprechender gesetzlicher Regelungen keinerlei Zuschüsse geschweige denn Entgelte der Krankenkassen, um zumindest die Grundlagen dieser Arbeit zu sichern“, so Hog.

Das DRK Vörstetten ist daher stets auf Spenden angewiesen.

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