Quelle: Badische Zeitung vom 06.11.2017

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) veranstaltet regelmäßig Blutspenden. Doch wie viel Liter Blut sind bei diesen Spenden in den vergangenen zehn Jahren im Breisgau zusammengekommen?

Nördliches Freiburger Umland
Denzlingen ist ganz klar Spitzenreiter im nördlichen Freiburger Umland. In den vergangenen zehn Jahren wurden bei den dortigen Blutspendeterminen rund 2700 Liter gespendet. Das teilt Peter Preissler vom DRK-Blutspendedienst mit. Auf Rang zwei landet Vörstetten mit etwa 1745 Litern Blut. Das Glottertal schafft es mit etwa 1275 Litern auf Rang drei und landet damit vor dem einwohnermäßig fast vier mal so großen Gundelfingen, das auf rund 1165 Liter kommt. In Heuweiler finden keine Blutspendentermine statt. Auf diese Literangaben kommt der Blutspendedienst, in dem er davon ausgeht, dass pro Person und Termin etwa ein halber Liter in den Beutel gelangt.
Berücksichtigt man die Größe der Gemeinden, dreht sich das Tableau allerdings zugunsten von Vörstetten. Laut dem Statistischen Landesamt leben in dem Dorf 2985 Menschen. Teilt man die Blutmenge durch die Einwohnerzahl, wurden pro Vörstetter in den vergangenen zehn Jahren etwa 0,6 Liter Blut gespendet. Es ist natürlich ein theoretischer Wert, da bei den Terminen auch Mehrfachspender kommen und Menschen aus den Nachbarorten. Dennoch zeigt eine Tendenz, dass in kleineren Gemeinden die Spendenbereitschaft groß ist. Glottertal schiebt sich bei dieser Berechnung beispielsweise auch nach vorne und kommt auf 0,4 Liter pro Einwohner. Denzlingen schafft 0,2 Liter und Gundelfingen bleibt Schlusslicht mit 0,1 Liter.
Man muss allerdings festhalten, dass sowohl in Denzlingen als auch in Gundelfingen dieses Jahr noch ein Blutspendetermin aussteht. Denzlingen ist, was die Anzahl der Blutspendetermine anbelangt, auch Spitzenreiter im Breisgau: Vier mal pro Jahr werden dort zwischenzeitlich die Menschen zur Ader gelassen. In Vörstetten, Glottertal und Gundelfingen gibt es jeweils zwei Termine. Der bestbesuchteste Spendentermin war in den vergangenen zehn Jahren in Vörstetten am 16. August 2010: Damals gaben 231 Menschen ihr Blut an das DRK ab.

 

Westliches Freiburger Umland
Westlich von Freiburg ist bei der Blutmenge Merdingen ganz vorne. Etwa 1865 Liter Blut wurden dort in den vergangenen zehn Jahren gespendet. Dicht gedrängt dahinter befinden sich March (1392 Liter), Bötzingen (1382 Liter) und Eichstetten (1367 Liter). In Gottenheim waren es nur 589 Liter. Schlusslicht ist Umkirch mit lediglich 562 Litern.
Auch wenn man die Größe der Gemeinde berücksichtigt, kann Merdingen seinen Spitzenplatz verteidigen. Pro Einwohner haben die Merdinger theoretisch im vergangenen Jahrzehnt 0,7 Liter gespendet. Eichstetten kommt auf Platz zwei (0,4 Liter), Bötzingen auf Platz drei (0,3 Liter). Dahinter sind March und Gottenheim (jeweils 0,2 Liter). Umkirch bleibt Schlusslicht mit 0,1 Liter pro Einwohner in den vergangenen zehn Jahren.
In March, Eichstetten, Bötzingen und Merdingen wird jeweils zweimal im Jahr zur Blutspende aufgerufen. In Umkirch und Gottenheim nur einmal. Die bestbesuchteste Blutspende war in Medingen am 27. April 2010. 447 abgegebene Blutspenden verzeichnete das DRK an diesem Tag – fast das Dreifache des üblichen Durchschnitts. Grund für den enormen Andrang von Spendern war eine Typisierungsaktion für Stammzellen, mit der nach einem geeigneten Knochenmarkspender für eine an Leukämie erkrankte Frau aus Ihringen gesucht wurde. Viele der Menschen, die dem Aufruf gefolgt waren, hatten damals auch die Gelegenheit genutzt, gleich Blut zu spenden.

Östliches Freiburger Umland
Kirchzarten ist im Dreisamtal auf Platz eins, was die Blutmenge anbelangt: 2183 Liter wurden in den vergangenen zehn Jahren gespendet. Oberried landet dahinter mit etwa 1393 Litern und steht vor Stegen (1338 Liter). In Buchenbach wurden 1243 Liter abgegeben. In St. Peter wurde bis ins Jahr 2015 Blut gespendet. Da es einen personellen Engpass gibt, bietet das DRK dort keine Blutspenden mehr an. Bis dahin waren die Schwarzwälder mit 934 Litern spendenwillig.
Gemessen an der Einwohnerzahl floss das meiste Blut pro Bewohner in Oberried (0,5 Liter). Es folgt Buchenbach (0,4 Liter). Stegen landet mit 0,3 Litern vor Kirchzarten (0,2 Liter). In Buchenbach, Oberried und Stegen finden pro Jahr zwei Blutspendetermine statt. In Kirchzarten waren es bisher auch zwei, dieses Jahr sind es sogar drei. Die am besten besuchteste Spende war im Dreisamtal am 7. Mai 2007 in Stegen mit 207 Teilnehmern.

Südliches Freiburger Umland
Ehrenkirchen liegt im südlichen Freiburger Umland auf Platz eins bei den Blutspenden. Dort wurden in den vergangenen zehn Jahren 2109 Liter Blut gespendet. Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Bollschweil einen DRK-Ortsverein. Bis 2016 fanden in Ehrenkirchen zwei Blutspendetermine jährlich statt. 2017 fielen diese aus personellen Gründen aus, so Bürgermeister Thomas Breig. Die Ehrenkirchener wurden auf Angebote in den Nachbargemeinen verwiesen, haben diese aber, so hat Breig den Rückmeldungen entnommen, nur sehr wenig genutzt. "Wir stellen immer wieder fest, dass die Menschen am ehesten in ihrem Wohnort zur Blutspende gehen. Daher sind die Angebote vor Ort so wichtig." 2018 wird es wieder einen Blutspendetermin in Ehrenkirchen geben, allerdings nur einmal.
Schallstadt liegt, was die absolute Menge des gespendeten Blutes angeht, auf Platz zwei. Seit 2007 wurden dort bei jährlich einem Termin 968 Liter abgegeben. Bei rund 6100 Einwohnern hätte somit rein theoretisch jeder Schallstadter in zehn Jahren 0,2 Liter Blut gespendet. Platz drei belegt Pfaffenweiler. Dort wurden seit 2007 knapp 803 Liter Blut abgezapft, das macht 0,3 Liter pro Einwohner.
Schlusslicht in der Auflistung ist das Hexental. Die fünf Gemeinden Merzhausen, Au, Wittnau, Sölden und Horben bilden gemeinsam einen DRK-Ortsverein mit einer Blutspende jährlich, die mittlerweile in Au stattfindet. Insgesamt zählt das Hexental rund 10 500 Einwohner. Sie haben in den vergangenen zehn Jahren nur 372 Liter Blut gespendet. Laut Söldens Bürgermeister und DRK-Ortsvereinsvorsitzendem im Hexental, Markus Rees, liegt das daran, dass nur ein Spendetermin pro Jahr und dieser auch nur nachmittags angeboten werde. Es fehle die Manpower, um weitere Termine im Hexental stemmen zu können. Schließlich seien die Helfer ehrenamtlich im Einsatz. Genug Spendenwillige wären allerdings da, ist Rees überzeugt.
In Ebringen gibt es keine eigene Blutspendeaktion. Die Bürger können die Termine in den Nachbargemeinden nutzen.

Fazit
Mengenmäßig am meisten Blut wurde in den vergangenen zehn Jahren in Denzlingen gespendet. Rund 2700 Liter sammelte dort der Blutspendedienst des Roten Kreuzes ein. Am wenigsten Blut erhielt das DRK im Hexental. Dort kamen die fünf Gemeinden Merzhausen, Au, Sölden, Horben und Wittnau in einem Jahrzehnt nur auf 372 Liter. Gemessen an der Einwohnerzahl waren besonders spendenwillige Gemeinden in den vergangenen zehn Jahren Merdingen (1865 Liter, das entspricht 0,7 Liter pro Kopf) und Vörstetten (1745 Liter; 0,6 Liter pro Kopf).

Wer darf spenden?
Voraussetzung für das Blutspenden ist, dass sich der Spender gesund fühlt. Erstmals dürfen Menschen zwischen dem 18. und 65. Geburtstag Blut spenden. Bei der so genannten Vollblutspende wird ein halber Liter Blut über die Armvene in ein Beutelsystem entnommen. Frauen können laut DRK vier- und Männer sechsmal pro Jahr Blut spenden. Laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) werden täglich 15 000 Blutspenden benötigt. Statistisch gesehen wird das meiste Blut laut DRK inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt (19 Prozent). Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen könne es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssten.
 

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Vörstetten

Breisacher Straße 8
79279 Vörstetten

Tel. (07666) 940012

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