WALDKIRCH. Mit über 100 Einsatzkräften der Feuerwehrabteilungen der Stadt Waldkirch und etwa 75 des DRK-Kreisverbandes Emmendingen – mit hauptamtlichen Notärzten und ehrenamtlichen Rettungskräften der Ortsvereine von Vörstetten bis Elzach-Prechtal – wurde am Samstagnachmittag [27.05.2017] der Ernstfall im Hugenwaldtunnel geprobt.

 

Annahme war der Zusammenstoß eines Lasters mit einem Pkw auf der Gegenfahrbahn und ein daraus resultierender schwerer Auffahrunfall eines Van auf einen Lkw, wodurch sich ein Brand entwickelte. Kurz vor dem "Unfall" wurde die B 294 für den Verkehr gesperrt. Diese Übung war zuvor sogar in der Zeitung angekündigt worden und wurde den Verkehrsteilnehmern zudem mit entsprechender Beschilderung angezeigt, was allerdings eine große Zahl an Autofahrern nicht daran hinderte, weiterzufahren. Mit dem Resultat, dass sie an der Absperrbarke dann entweder auf die Gegenfahrbahn wendeten oder gar als Geisterfahrer zurückfuhren. Im Ernstfall würden Polizisten und Unterstützungskräfte hier entschieden für Ordnung sorgen müssen, denn das Letzte, was Retter brauchen ist, dass sie auch noch von Ignoranten gefährdet werden.

 

Aber zurück zur Übung: Fünf Minuten nach der Alarmierung kamen die ersten Feuerwehren am West- und Ostportal an, setzten ihre Atemschutzgeräte auf und begaben sich zügig an den Unfallort. Dort, so wussten sie aus der Alarmierung, waren mehrere Personen in ihren Fahrzeugen eingeklemmt, teils ohnmächtig, im verqualmten Tunnel und mit Feuer in der Nähe. Es hieß also, schnell zu handeln.

In Windeseile wurde die Wasserführung aufgebaut und mit dem Löschen begonnen. Ein Teil der angenommenen 20 Verletzten (realitätsnah dargestellt durch den Arbeitskreis Notfalldarstellung des DRK) konnte sich selber in den Rettungsstollen begeben und dort von DRK-Helfern übernommen werden. Für den Liegendtransport im Rettungsstollen hatte das Rote Kreuz praktische Karren dabei. Vor den Tunnelportalen waren inzwischen Versorgungsstellen eingerichtet. Drei Personen, die im Fahrzeug eingeklemmt oder schwerer verletzt waren, warteten noch auf ihre Rettung.


Und die war gar nicht so einfach. Zum einen ist die Orientierung und Kommunikation unter den Atemschutzmasken schwierig. Zum anderen ist es mit der schweren Last der Gasflaschen auf dem Rücken und hydraulischen Scheren und Spreizern ausgestattet Schwerstarbeit, ein Auto zu zerlegen. Wie den Beobachtern deutlich wurde, kann das nicht mal eben zack-zack erledigt werden. Schließlich stand noch der Transport eines etwas korpulenten Verletzten auf der Trage zum Rettungsstollen zur Debatte. Die Feuerwehrleute entschieden sich dagegen und forderten stattdessen ein kleineres Feuerwehrfahrzeug an. Das räumten sie aus und hievten den Verletzten auf die Ladefläche. So kam auch dieser Verletzte glücklich ins Freie und wurde vom DRK versorgt. Begleitend zur Übung wurde auch weitere Tunneltechnik erprobt, unter anderem mit einer Lautsprecherdurchsage, den Tunnel durch die Notausgänge zu verlassen. Die Einfahrtsverbote und die Stoppbarke würden im Ernstfall übrigens automatisch, aufgrund der Sensorerkennung des Qualms, ausgelöst.

Ehe eine Manöverkritik für die große Tunnelübung vorgenommen wird, sollen alle Details, die von Kreisbrandmeister Jörg Berger und dem städtischen Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit, Thomas Reger, beobachtet und auf Video aufgezeichnet wurden, genau ausgewertet werden. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen soll das Rettungskonzept für den Tunnel bei einem "Massenanfall von Verletzten und Erkrankten" weiter optimiert werden.

 

 

Quelle: Badische Zeitung

Quelle Bilder: Eigene Aufnahmen

 

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