Ersthelfer und DRK leisten lebensrettende Hilfe

 

Am Abend des 11.4. kam es in Vörstetten zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein 71-Jähriger war mit seinem Pkw aufgrund einer akuten Erkrankung von der Straße abgekommen und gegen ein Verkehrsschild und einen Baum geprallt. Umgehend eilte ein Anwohner, der selbst Angehöriger der Feuerwehr ist und erst kürzlich an einer Erste-Hilfe-Fortbildung des DRK teilnahm, und ein weiterer Verkehrsteilnehmer an den Unfallort. Durch das couragierte und schnelle Eingreifen der Ersthelfer wurde die Rettungskette perfekt eingeleitet.

Sofort befreiten die Ersthelfer den Verunfallten aus dem Fahrzeug und begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Außerdem wurde umgehend ein Notruf abgesetzt, worauf hin die Integrierte Leitstelle Emmendingen einen Rettungswagen und einen Notarzt sowie die Helfer-vor-Ort-Gruppe des DRK-Ortsvereins Vörstetten alarmierte. Bereits drei Minuten nach der Alarmierung traf diese am Unfallort ein und konnte somit so frühzeitig wie überhaupt möglich die eingeleitete Reanimation unterstützen und anleiten, sowie erweiterte medizinische Maßnahmen, wie z.B. Einsatz eines Defibrillators, durchführen. Die nachrückenden Kräfte des Rettungsdienstes transportierten den Patienten nach der primär erfolgreichen Wiederbelebung schließlich ins Notfallzentrum des Universitätsklinikums Freiburg, wo das Unfallopfer jedoch am Mittwoch seinen Verletzungen erlag.

„Die beiden Ersthelfer haben vollkommen richtig reagiert“, sagt der Bereitschaftsleiter des DRK Ortsvereins Vörstetten, Sebastian Lang. Unfallopfer wie auch Opfer anderer medizinischer Notfälle sind oft auf Laienhelfer angewiesen, die nicht nur einen Notruf absetzen, sondern auch tatsächlich adäquate Erste Hilfe leisten, bis die Rettungskräfte des DRK eintreffen. „Bei schweren Notfällen, wie einem Herzstillstand oder Verkehrsunfällen, sind die von Angehörigen oder Passanten durchgeführten Maßnahmen, wie die Herzdruckmassage oder das Stillen von Blutungen, meist entscheidend für das Überleben der Opfer“, so Lang, der als Rettungsassistent selbst hauptberuflich im Rettungsdienst beschäftigt ist.

„Gerade wenn das Herz nicht mehr schlägt sind Rettungsdienste und Krankenhäuser oft chancenlos, wenn nicht bereits durch Ersthelfer mit der Herzdruckmassage begonnen wurde“, merkt der Vörstetter DRK-Ortsvereinsarzt Dr. Jörg Hanusch an, der als Oberarzt der Intensiv- und Anästhesieabteilung des St. Josefskrankenhauses auch klinische Erfahrungen mit wiederbelebten Patienten hat. „Es treten bereits nach wenigen Minuten Schäden im Gehirn auf, die unumkehrbar sind“.

Nach Erfahrung des DRK hindert die Angst, Fehler zu machen immer noch viele Menschen daran im Notfall tätig zu werden und durch die richtigen und meist sehr einfachen Handriffe zu helfen. Bis der Rettungsdienst am Einsatzort eintrifft vergehen im ländlichen Bereich gut und gerne 8 bis 15 Minuten. Ohne die Hilfe von Laien ist es dann bei bestimmten Notfällen schon zu spät.

Um die so genannte therapiefreie Zeit zwischen dem Eintreten eines Notfalls und dem Eintreffen des Notarztes maximal zu verkürzen, hat das DRK Vörstetten bereits im Jahr 2002 als einer der ersten im Landkreis Emmendingen eine Helfer-vor-Ort-Gruppe aufgebaut.

Im Jahr 2017 wurden diese rein ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte bereits zu 14 Notfällen alarmiert, zuletzt am Karsamstag und am Ostermontag. Seit kurzem sind Helfer-vor-Ort-Gruppen in Baden-Württemberg auch im Rettungsdienstgesetz als Teil der Rettungskette verankert. Dennoch erhält das DRK für diese Tätigkeit keinerlei öffentliche Zuschüsse oder Entgelte der Krankenkassen. Das DRK Vörstetten ist daher stets auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen, um Fahrzeuge, Ausrüstung, Schutzkleidung und Ausbildung der Einsatzkräfte zu finanzieren.

Info:

Das DRK Vörstetten bietet regelmäßig Erste-Hilfe Kurse an. Termine finden Sie HIER
Auf Nachfrage werden auch Zusatzkurse organisiert. Auch können Kurse auf bestimmte Zielgruppen inhaltlich ausgerichtet werden.

Im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung wird das Vörstetter DRK außerdem am 20.09.2017 in der Heinz-Ritter-Halle Vörstetten ein kostenloses Reanimationstraining für die Bevölkerung anbieten.

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Vörstetten

Breisacher Straße 8
79279 Vörstetten

Tel. (07666) 940012

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