Vortrag mit Erste-Hilfe-Training am Mittwoch in Vörstetten / DRK-Ortsverein installiert Defibrillator in der Heinz-Ritter-Halle.

VÖRSTETTEN. Wie kommt es, dass in Skandinavien 70 Prozent der Menschen Erste Hilfe leisten, in Deutschland aber nur klägliche 16 Prozent? Der Grund, so vermutet Notarzt Jörg Hanusch, sei die Angst etwas falsch zu machen. Dass Erste Hilfe kinderleicht sein kann, erklärt Hanusch in einem Vortrag in der Vörstetter Heinz-Ritter-Halle am Mittwochabend.

Ein Herzkreislaufstillstand trifft den Menschen völlig unvorbereitet. Im einen Moment sitzt man noch gemütlich beisammen, im nächsten Augenblick sinkt der Gesprächspartner plötzlich zu Boden. Jetzt heißt es handeln. Natürlich muss sofort der Notdienst über die Notrufnummer 112 alarmiert werden, doch bis der kommt, muss man selbst aktiv sein und mit einer Herzdruckmassage beginnen. "Wartet man untätig auf den Rettungsdienst, kann der Patient schwerwiegende neurologische Folgeschäden erleiden, weil das Gehirn nicht mehr richtig durchblutet wird", erklärt Jörg Hanusch. Er ist Oberarzt am Freiburger St. Josefskrankenhaus und arbeitet ehrenamtlich beim Vörstetter DRK mit. Dass man den Menschen die Angst vor dem Erste-Hilfe-Leisten nehmen muss, findet auch Andrej Hog von der Vörstetter Helfer-vor-Ort-Gruppe, die meist noch vor dem Rettungsdienst am Unglücksort eintrifft. "Wenn wir zu einem Notfall kommen, stehen die Menschen oft hilflos und panisch daneben", sagt Hog. "Dabei muss man mit der Herzdruckmassage sofort anfangen. Da zählt jede Minute." Eine Herzdruckmassage sei anstrengend. Fünf bis sechs Zentimeter tief wird der Brustkorb eingedrückt, nach Möglichkeit 100 Mal pro Minute. "Früher hat man gelernt, dass man einen Menschen auch beatmen muss. Davon ist man aber abgekommen", sagt Notarzt Hanusch. Der Fokus liege auf der Herzmassage und die könne jeder. "Im Extremfall könnte man selbst einem Kindergartenkind sagen, hüpf’ auf Omas Brust herum, bis sie zu dir sagt: ’Lass das’." Wichtig sei, dem Herz Impulse zu geben, um von alleine wieder zu schlagen.

Damit alle Vörstetter Erste Hilfe leisten können, installiert der DRK-Ortsverein in der Heinz-Ritter-Halle einen Defibrillator, der dem Benutzer mit automatischer Stimme Anweisungen gibt, was zu tun ist. Möglich wurde diese Investition durch zahlreiche Spenden, zu denen das DRK im Frühjahr aufgerufen hatte. "Das zeigt uns, dass die Menschen unsere wichtige Arbeit wahrnehmen und schätzen. Dafür sind wir dankbar, das tut gut und motiviert uns", sagt der Vörstetter Bereitschaftsleiter Sebastian Lang. Die für den Betrieb der Helfer-vor-Ort-Gruppe notwendige notfallmedizinische Ausrüstung, die Einsatzfahrzeuge, die Schutzbekleidung der Einsatzkräfte und deren Aus- und Fortbildung müssen vom DRK Vörstetten komplett selbst finanziert werden. Sämtliche Einsätze sind rein ehrenamtlich. Dass die Skandinavier unerschrockener seien, wenn es darum gehe, Erste Hilfe zu leisten, liege wohl daran, dass es in Betrieben, Schulen und öffentlichen Einrichtungen üblich sei, einmal im Jahr einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren, sagt Jörg Hanusch. In Vörstetten ist man auf einem guten Weg, die Hilfeleistung für die Zukunft zu sichern: Einmal im Jahr besucht das DRK die Grundschule und findet jedes Mal junge Helfer für die Vörstetter Jugendarbeit des Roten Kreuzes.

Der Vortrag "Du kannst ein Leben retten" von Jörg Hanusch, Oberarzt am Freiburger St. Josefskrankenhaus, findet am Mittwoch, 26. September um 19 Uhr in der Heinz-Ritter-Halle statt. Ein Patient wird von seinen Erfahrungen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes berichten. Im Anschluss bietet das DRK ein Erste-Hilfe-Training an.

Spendenkonto:DRK-Ortsverein Vörstetten, Raiffeisenbank Gundelfingen, IBAN: DE62 6806 4222 0002 0358 04

 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/voerstetten/selbst-ein-kindergartenkind-kann-leben-retten

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Vörstetten

Breisacher Straße 8
79279 Vörstetten

Tel. (07666) 940012

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